Forschungsprojekt Usability in Mittelstandsanwendungen Forschungsprojekt Usability in Mittelstandsanwendungen

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Im Februar 2014 wurden die Arbeiten für das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderte Forschungsprojekt »Projekt Usability in Mittelstandsanwendungen« (PUMa) aufgenommen.

Leistungsfähigkeit, Effizienz, Produktivität und damit der Markterfolg von Softwareanwendungen sind heutzutage nicht mehr nur von funktional-technischen Parametern bestimmt, sie hängen de facto maßgeblich auch von der Akzeptanz und der Software-Ergonomie im jeweiligen Nutzungskontext, der User Experience und der Gebrauchstauglichkeit (Usability), ab.
Softwareentwickelnde kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) in Deutschland haben dabei zumeist die funktionalen und technischen Aspekte im Fokus und verfügen meist über eingeschränktes Fachwissen in Domänen wie Mensch-Computer-Interaktion (HCI), Interface-Design und Software-Ergonomie. Zudem fehlt den betreffenden KMU häufig noch die grundsätzliche Sensibilität für die große Bedeutung [vgl. 01].

Für 65 Prozent deutscher Anwenderunternehmen ist Benutzerfreundlichkeit (Usability) bei der Auswahl von Software mindestens so wichtig wie die klassischen Kriterien Funktionsumfang, Zuverlässigkeit, Sicherheit, Preis, Geschwindigkeit und Flexibilität [02].

Dennoch werden Benutzeroberflächen nach wie vor von Personen mit wenig Erfahrung in Design, Benutzerfreundlichkeit oder Mensch-Computer-Interaktion programmiert.
Weniger als ein Viertel der deutschen Software-entwickelnden kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) beschäftigen Usability-Experten und auch außerhalb der Unternehmensgrenzen werden kaum Usability-Dienstleistungen in Anspruch genommen.
Die praktische Bewertung der Usability von Anwendungssoftware liegt in der Regel direkt beim Nutzer. Heutige Nutzer verfügen über ein zunehmendes Erfahrungspotenzial mit professionell konzipierten, gebrauchstauglichen Systemen im privaten Umfeld. Dies hat zur Folge, dass ihre Ansprüche in Bezug auf die Gebrauchstauglichkeit von betrieblicher Software gestiegen sind. Ein direkter Austausch von Entwicklern und Nutzern findet in der Regel aber nicht statt.

Um kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland bei der Entwicklung nutzerfreundlicher Anwendungssoftware zu unterstützen, soll im Förderprojekt PUMa ein Vorgehensmodell entwickelt werden, das die Integration von Usability- und User Experience-Faktoren während des kompletten Produktentwicklungszyklus unterstützt. Des weiteren wird im Rahmen dieses Projektes ein Kompetenznetzwerk aufgebaut, das die Vernetzung von softwareentwickelnden Unternehmen (KMU), Usability-Experten und Nutzern befördern soll, um eine zielgruppengerechte, gebrauchstaugliche Software zu entwickeln.
Durch die Bereitstellung von leicht anwendbaren Usability- und User Experience-Methoden sollen klein- und mittelständische Unternehmen in die Lage versetzt werden, eigene Kompetenz im Bereich Usability aufzubauen und damit kleinere Probleme in ihrem Entwicklungsprozess selbst zu lösen. Zusätzlich soll die Vernetzung zwischen Softwareentwicklern, Softwareanwendern und Usability-Experten verbessert werden, damit leichter der richtige Ansprechpartner für eine Entwicklung oder eine Unterstützung gefunden werden kann. Durch die Bereitstellung von Best Practice-Beispielen soll es vereinfacht werden, existierende gute Lösungen für den eigenen Bedarf anzupassen.

Das Projekt PUMa ist Teil der Förderinitiative »Einfach intuitiv – Usability für den Mittelstand«, die im Rahmen des Förderschwerpunkts »Mittelstand-Digital – IKT-Anwendungen in der Wirtschaft« vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert wird. Der Förderschwerpunkt unterstützt gezielt kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei der Entwicklung und Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT).

Projektpartner im bis Mitte 2016 laufenden Verbundprojekt sind neben ma ma Interactive System Design die CAS Software AG (Karlsruhe), das Institut für Arbeitswissenschaft (IAD) der TU Darmstadt als Konsortialführer, das Institut für Software- und Multimediatechnik (MMT) der TU Dresden Dresden, sowie das Steinbeis Innovationszentrum Innovation Engineering in Stuttgart.

Weitere Informationen unter www.usability-netz.de, Anfragen an puma [at] ma-ma.net.

[01] Fischer, H.; Bogner, C.; Geis, T.; Polkehn, K.& Zimmermann, D. (2011). Der Qualitätsstandard für Usability Engineering der German UPA. In: Henning Brau, Andreas Lehmann, Kostanija Petrovic, Matthias C. Schroeder (Hrsg.), Usability Professionals 2011, Stuttgart 2011, S. 163ff.
[02] Woywode, M.; Mädche, A.; Wallach, D.; & Plach, M. (2012). Gebrauchstauglichkeit von Anwendungssoftware als Wettbewerbsfaktor für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), http://www.usability-in-germany.de/ergebnis