Mit Komplexiät umgehen.
Nutzerzentrierte Design-Methoden als Grundlage heutiger Produktentwicklung. Mit Komplexiät umgehen.
Nutzerzentrierte Design-Methoden als Grundlage heutiger Produktentwicklung.

Am 4. Juli findet in Gießen die Fachtagung »Interaktion Mensch-Maschine-Mensch – Gestaltung von gebrauchstauglichen Interfaces« statt, die vom Verband Deutscher Industrie Designer e.V und vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung veranstaltet wird.

Jochen wurde eingeladen, etwas über unsere Methoden zu erzählen, weitere Referenten sind u.a. alte Bekannte wie Sebastian Oschatz von meso oder Wolfgang Henseler von Sensory Minds.

Weitere Informationen und Anmeldung auf der Website unter http://www.interaktion-mensch-maschine.de.

Abstract:

Mit Komplexiät umgehen.
Nutzerzentrierte Design-Methoden als Grundlage heutiger Produktentwicklung. 

Die Komplexität heutiger Produkte hat in den vergangenen Jahren exponential zugenommen – so können von einem VW Golf nahezu unglaubliche 10 Millionen Varianten erzeugt werden.

Das Beherrschen dieser Komplexität ist dabei nicht nur eine logistische Herausforderung, sondern auch das zentrale Anliegen des Designs – insbesondere, wenn wir berücksichtigen, dass auch der sogenannte ‘Nutzer’ mit der gegebenen Komplexität eines Systems umgehen muss, um es später sinnvoll bedienen zu können.

Verantwortlich für diese neue Komplexität ist nicht zuletzt die Digitalisierung und die allgegenwärtige Integration des Computerchips in die uns umgebenden Dinge unseres Alltags. Dabei werden beispielsweise bislang rein mechanische Elemente und Komponenten wie Schalter durch mechatronische bzw. Aktoren und Sensoren ersetzt.

Damit einher geht für den Nutzer ein Verlust der Lesbarkeit und des Erkennens, was ein Ding sei und könne – Anzeichen und Affordanzen verschwinden bzw. müssen explizit definiert, entworfen, designed werden.

Einerseits also nehmen die technischen Freiheitsgrade in der Produktentwicklung zu – es ist schlicht mehr möglich als früher. Zugleich bewirken die fehlenden Eigenschaften aber eben auch, dass kleinste Details aktiv gestaltet werden müssen: ein Schalter rastet nicht mehr einfach, weil er eben rastet, sondern er benötigt ein entsprechend formuliertes multimodales Feedback.

Unter diesen Vorzeichen ist ein Spektrum unterschiedlicher und dem Kontext der jeweiligen Aufgabe angepasster Methoden der zentrale Schlüssel, um das Thema Komplexität für den Nutzer selbst, aber eben auch für die an der Entwicklung beteiligten Stakeholder greif- und handhabbarzu machen. Etablierte und prozessorientierte Ansätze wie das sog. ‘User Centered Design’ (DIN EN ISO 9241-210) spielen dabei ebenso eine Rolle, wie bspw. das ‘Design Thinking’, das schnelles Prototyping und Visualisieren in den Mittelpunkt stellt. Der Vortrag gibt hier einen Einblick in verschiedene, nutzerzentrierte Design-Methoden und deren Bedeutung für die Praxis anhand eigener, exemplarischer Arbeiten.